Kunst ist zweifellos ein Sachwert – aber ein besonderer: Ihr Preis entsteht nicht aus Nutzwert oder Metallgehalt, sondern aus Reputation, Seltenheit, Zustand, Provenienz und Geschmack. Was heute gefragt ist, kann morgen aus der Mode sein.
Die strukturellen Eigenheiten des Kunstmarkts:
- Hohe Transaktionskosten: Auktionshäuser berechnen Käufer- und Verkäuferprovisionen, die zusammen leicht 25–40 % ausmachen.
- Intransparenz: Keine laufenden Kurse; Preisfindung über Auktionen und Galerien, viele Verkäufe privat.
- Illiquidität: Der Verkauf kann Monate bis Jahre dauern – oder am Ende scheitern.
- Nebenkosten: Versicherung, konservatorische Lagerung, Restaurierung, Gutachten.
- Echtheits- und Provenienzrisiko: Fälschungen und lückenhafte Herkunftsketten sind reale Wertvernichter.
Die oft zitierten Kunstmarkt-Indizes überzeichnen die Realität: Sie basieren auf erfolgreich versteigerten Werken – was unverkäuflich blieb, taucht nicht auf (Survivorship Bias). Für die wenigen Blue-Chip-Künstler existiert ein liquiderer Markt; die breite Masse der Werke ist wirtschaftlich kaum planbar. Wer Kunst kauft, sollte es primär aus Freude tun – mit Budget, dessen Totalverlust verschmerzbar wäre. Als planbarer Vermögensbaustein taugt Kunst nur für Käufer mit echter Marktexpertise oder entsprechend teurer Beratung.
Kaufen Sie Kunst, die Sie lieben – dann ist die Rendite garantiert, nur eben nicht in Euro.
Drei Fragen zur Selbstprüfung. Wählen Sie eine Antwort – die Erklärung erscheint sofort.
01Wie hoch können die Gesamtprovisionen bei Auktionsverkäufen liegen?
02Was ist der Survivorship Bias bei Kunstmarkt-Indizes?
03Für wen kann Kunst als Vermögensbaustein funktionieren?