Ackerland und Wald sind Sachwerte im Urzustand: begrenzt, produktiv, mit realem Ertrag (Pacht, Holz). Die Preise für Agrarland sind in Deutschland über Jahrzehnte deutlich gestiegen. Doch der Zugang ist anspruchsvoll – wirtschaftlich wie rechtlich.
Was Interessenten wissen müssen:
- Illiquidität: Käufe und Verkäufe dauern; regionale Märkte sind klein und intransparent.
- Recht: Das Grundstückverkehrsgesetz stellt Verkäufe landwirtschaftlicher Flächen unter Genehmigungsvorbehalt; Landwirte können Vorkaufsrechte haben. Pachtrecht und Naturschutzauflagen prägen die Bewirtschaftung.
- Erträge: Pachtrenditen sind mit oft 1–3 % des Kaufpreises moderat; beim Wald kommen lange Erntezyklen und Risiken wie Sturm, Dürre und Borkenkäfer hinzu.
- Bewirtschaftung: Wald braucht aktive Pflege und Verkehrssicherung – Eigentum verpflichtet hier wörtlich.
Besondere Vorsicht gilt verpackten Direktinvestments („Teakholz“, „Agrarflächen im Ausland“ mit Renditeversprechen): Diese Vermögensanlagen kombinierten in der Vergangenheit wiederholt lange Kapitalbindung, intransparente Bewirtschaftung und Totalverlustrisiken – die Warnhinweise der Aufsicht existieren nicht ohne Grund. Wer den Sektor im Portfolio abbilden will, ohne selbst Grundeigentümer zu werden, findet über Agrar- und Forstaktien bzw. -fonds liquidere (aber aktienmarkttypisch schwankende) Wege.
Acker und Wald belohnen Eigentümer, die sie verstehen – und bestrafen Anleger, die nur die Broschüre gelesen haben.
Drei Fragen zur Selbstprüfung. Wählen Sie eine Antwort – die Erklärung erscheint sofort.
01Welches Gesetz beschränkt den Verkauf landwirtschaftlicher Flächen?
02In welcher Größenordnung liegen typische Pachtrenditen auf den Kaufpreis?
03Was kennzeichnete problematische Holz-/Agrar-Direktinvestments?