Sachwerte sind Vermögenswerte, deren Wert sich aus der Sache selbst ableitet: aus Knappheit, Nutzbarkeit oder Produktivität. Typische Beispiele sind Edelmetalle, Immobilien, Grund und Boden, Rohstoffe oder Beteiligungen an produzierenden Unternehmen.
Das Gegenstück sind Geldwerte (Nominalwerte): Bargeld, Kontoguthaben, Anleihen. Sie lauten auf einen festen Geldbetrag – nominal stabil, aber der Inflation ausgesetzt.
| Merkmal | Geldwerte | Sachwerte |
|---|---|---|
| Wertbasis | Zahlungsversprechen in einer Währung | Substanz der Sache selbst |
| Inflation | Kaufkraft sinkt bei steigenden Preisen | Preis kann mit dem Preisniveau steigen – muss aber nicht |
| Schwankung | Nominal meist stabil | Marktpreis kann deutlich schwanken |
| Laufende Erträge | Zinsen möglich | Miete ja, physische Edelmetalle nein |
| Gegenparteirisiko | Abhängig von Bank/Emittent | Bei direktem Eigentum gering |
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen direktem Sachwertbesitz (die Münze im Tresor, die Immobilie im Grundbuch) und verbrieften Formen (Fonds, Zertifikate, Beteiligungen), die zusätzliche Vertrags- und Emittentenrisiken tragen können.
Ökonomisch lassen sich Sachwerte in produktive (Immobilien, Unternehmen, Land – sie erwirtschaften laufende Erträge) und nicht-produktive (Edelmetalle, Sammlerstücke – ihr Wert liegt allein in Substanz und Knappheit) unterteilen. Beide Gruppen verhalten sich in Inflations-, Zins- und Krisenphasen unterschiedlich; keine bietet einen Automatismus für Werterhalt.
Seriös betrachtet sind Sachwerte ein möglicher Baustein in einer breit gestreuten Vermögensstruktur – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Sachwerte leben von Substanz, Geldwerte von Versprechen – ein robustes Vermögen kennt meist beides.
Drei Fragen zur Selbstprüfung. Wählen Sie eine Antwort – die Erklärung erscheint sofort.
01Was unterscheidet Sachwerte grundlegend von Geldwerten?
02Welcher Sachwert erwirtschaftet typischerweise laufende Erträge?
03Was gilt für verbriefte Sachwertformen (z. B. Zertifikate)?