Wer Edelmetalle verwahren lässt oder Wertpapiere im Depot hält, zahlt laufende Gebühren: Verwahr- oder Depotgebühren, meist als Prozentsatz des Bestandswerts pro Jahr, dazu je nach Anbieter Kauf- und Verkaufsspesen.
Einzeln betrachtet wirken die Sätze klein – 0,5 % hier, 1 % dort. Ihre Wirkung entfalten sie über die Zeit: Sie werden Jahr für Jahr fällig, unabhängig davon, ob der Wert steigt oder fällt.
Ein Rechenbeispiel macht es greifbar: 25.000 € verwahrter Bestand, 1 % Verwahrgebühr pro Jahr:
- 250 € pro Jahr, 2.500 € über 10 Jahre, 5.000 € über 20 Jahre – vor Zinseszinseffekt der entgangenen Beträge.
- Bei einem ertraglosen Sachwert wie Gold müssen diese Kosten vollständig durch Preissteigerung aufgeholt werden, bevor real etwas übrig bleibt.
Vollständige Kostenbetrachtung heißt: Einstiegskosten (Agio/Spread bzw. Ausgabeaufschlag) plus laufende Gebühren plus mögliche Ausstiegskosten – alles in Euro über die geplante Haltedauer.
Vergleichen Sie Gebührenmodelle strukturell, nicht nur der Höhe nach: Prozentgebühren wachsen mit dem Bestand mit; Fixgebühren belasten kleine Bestände relativ stark. Bei Edelmetall-Verwahrung ist zu prüfen, was die Gebühr abdeckt (Versicherung? Audits? Auslieferungsoption?) – eine scheinbar günstige Gebühr ohne Versicherung ist keine günstige Gebühr. Bei Wertpapierdepots lohnt der Blick auf Gesamtkostenquoten (TER) der Produkte zusätzlich zur Depotgebühr.
Faustregel für das Beratungsgespräch: Lassen Sie sich alle Kosten über die geplante Laufzeit als eine Summe in Euro nennen. Wer das nicht kann oder will, hat die Frage bereits beantwortet.
Laufende Gebühren sind ein Dauerabo zulasten der Rendite – kündbar nur durch bewusste Anbieterwahl.
Drei Fragen zur Selbstprüfung. Wählen Sie eine Antwort – die Erklärung erscheint sofort.
0125.000 € Bestand, 1 % Verwahrgebühr p. a. – was kostet das über 20 Jahre (ohne Zinseszins)?
02Warum treffen laufende Gebühren ertraglose Sachwerte wie Gold besonders?
03Was sollte eine Verwahrgebühr für Edelmetalle idealerweise einschließen?