Als Tafelgeschäft bezeichnet man den Kauf von Edelmetallen gegen Bargeld direkt „über den Tisch“ – ohne Kundenkonto und ohne Registrierung. Das ist in Deutschland legal, aber durch das Geldwäschegesetz (GwG) begrenzt.
Die zentrale Grenze: Ab 2.000 € Bargeld muss der Händler Ihre Identität feststellen (Ausweis). Anonyme Barkäufe sind also nur bis 1.999,99 € pro Geschäft möglich – diese Grenze gilt seit 2020.
Wichtig zu wissen:
- Kein Stückeln: Das künstliche Aufteilen eines größeren Kaufs in mehrere Geschäfte unter der Schwelle (Smurfing) ist unzulässig; Händler sind verpflichtet, zusammenhängende Geschäfte zu erkennen und zu melden.
- Unbare Käufe: Bei Überweisung oder Kartenzahlung ist der Kauf ohnehin nicht anonym – die Identifizierungspflichten des Händlers gelten je nach Konstellation trotzdem.
- Verkauf: Auch beim Rückverkauf an Händler gelten GwG-Pflichten; viele Händler identifizieren beim Ankauf grundsätzlich.
Anonymität beim Kauf ist kein Steuersparmodell: Die Steuerpflicht (bzw. -freiheit nach Haltefrist) besteht unabhängig davon, ob der Kauf registriert wurde. Im Gegenteil – ohne Kaufbeleg fehlt Ihnen der Nachweis für Anschaffungszeitpunkt und -preis: Die einjährige Haltefrist wird schwer belegbar, und beim späteren Verkauf größerer Bestände kann der Herkunftsnachweis (Mittelherkunft) zum Problem werden – Banken und Händler fragen danach.
Legitime Motive für Tafelgeschäfte sind Datensparsamkeit und Privatsphäre. Wer sie nutzt, sollte trotzdem auf einem Beleg bestehen (auch ein anonymer Kassenbeleg dokumentiert Datum und Preis) und die Bestände privat sauber dokumentieren.
Rechtsstand 2026, allgemeine Information. Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Steuerberatung und keine Anleitung zur Umgehung gesetzlicher Pflichten.
Anonym kaufen ist legal – anonym bleiben wollen gegenüber dem Finanzamt ist es nicht.
Drei Fragen zur Selbstprüfung. Wählen Sie eine Antwort – die Erklärung erscheint sofort.
01Ab welchem Bargeldbetrag muss der Händler beim Edelmetallkauf die Identität feststellen?
02Ist das Aufteilen eines großen Kaufs in mehrere kleine Barkäufe zulässig?
03Welcher praktische Nachteil entsteht beim Kauf ohne Beleg?